kachel

März

Kunstraub der Nationalsozialisten in Deutschland

Bestandsaufnahme Gurlitt

bis 11. März 2018

(Bonn)

Die Bundeskunsthalle in Bonn und das Kunstmuseum Bern präsentieren zeitgleich eine Auswahl von Kunstwerken aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Die in einen historischen Gesamtkontext eingebetteten Präsentationen basieren auf dem aktuellen Forschungsstand zum „Kunstfund Gurlitt“ und stellen das umfangreiche Werkkonvolut erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor.

Beide Ausstellungen sind inhaltlich eng aufeinander abgestimmt. In Bern liegt der Fokus auf Werken der „Entarteten Kunst“ und auf Arbeiten aus dem Kreis der Familie Gurlitt. Die Bundeskunsthalle konzentriert sich auf Werke, die NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden, sowie auf Werke, deren Herkunft noch nicht geklärt werden konnte. Auch werden in der Bonner Ausstellung die Schicksale der verfolgten, meist jüdischen, Kunstsammler und Kunsthändler den Täterbiografien gegenübergestellt sowie der beispiellose Kunstraub der Nationalsozialisten in Deutschland und in den von den Nazis besetzten Gebieten thematisiert. - bundeskunsthalle

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn
www.bundeskunsthalle.de

Die Reisen des Landschaftsmalers Adolf Höninghaus

Der unersättliche Blick

bis 8. April 2018

(Krefeld)

Das Reisen war dem Landschafsmaler Adolf Höninghaus (1810/11 - 1882) zur zweiten Natur geworden. Als klassischer Vertreter der Düsseldorf Malerschule und Schüler von Johann Wilhelm Schirmer hat er die Grand Tour, so wie sie im 19. Jahrhundert üblich war, auf Haupt- und Nebenwegen bis nach Sizilien ausgedehnt. Der spontane Zugriff auf stimmungsvolle Ansichten, das Heranzoomen landschaftlicher Details und das ausgeklügelte Komponieren in den Gemälden – all dies spiegelt sich in dem umfangreichen Nachlass des Künstlers, der sich bereits seit 1897 an den Kunstmuseen Krefeld befindet und den es neu zu entdecken gilt.

Die Ausstellung beleuchtet daher Höninghaus´ Anfänge an der Düsseldorfer Kunstakademie in den 1830er Jahren, fragt nach Lehrern, Mitschülern und Vorbildern, reist ihm nach Italien, seiner zeitweiligen Wahlheimat Rom und Sizilien nach. Dabei sind die außergewöhnlichen Techniken, die Höninghaus zur Skizzierung bestimmter Lichtsituationen einsetzt, ebenso zu entschlüsseln wie sein eigenwilliger Blick, mit dem er berühmte italienische Orte und den heimischen Niederrhein festgehalten hat. In der Ausstellung sind Gemälde, zahlreiche Ölskizzen und eine großzügige Auswahl des Skizzenwerks zu sehen. In Gegenüberstellung mit Werken namhafter Zeitgenossen wie J.W. Schirmer und Carl Friedrich Lessing, Caspar Scheuren, Andreas und Oswald Achenbach wird die Bedeutung von Adolf Höninghaus innerhalb der Düsseldorfer Malerschule und deutschen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts deutlich.

Im begleitenden Katalog wird die aktuelle wissenschaftliche Forschung zum Werk von Adolf Höninghaus zusammengefasst und der Nachlass dokumentiert. Die Ausstellung Der unersättliche Blick wird durch eine Videoarbeit eines zeitgenössischen Künstlers/Künstlerin begleitet. - kunstmuseenkrefeld, Bild: wz

Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld
Karlsplatz 35, 47798 Krefeld
www.kunstmuseenkrefeld.de

Sand fürs Getriebe

Klaus Staeck

bis 8. April 2018

(Essen)

Klaus Staecks (*1938) Plakate gehören zu den wirkmächtigsten Arbeiten im öffentlichen Raum. Seine Bilderfindungen prägte das visuelle Gedächtnis der Bundesrepublik von den späten 1960er bis in die späten 1980er Jahre mit. Staeck verstand sich immer als Politprovokateur, der mit seinen Entwürfen gesellschaftlich brisante Themen sowie Krisen kommentierte und damit bewusst weitreichende Skandale auslöste. Die Werkschau zeigt nicht nur rund 180 seiner Plakate, sondern präsentiert auch Klaus Staecks frühe Druckgrafik. Ergänzt wird die Show durch einige Multiples, in denen Staeck seinen politischen Intentionen dreidimensionale Form gibt. – museum folkwang

Museum Folkwang
Museumsplatz 1, 45128 Essen
www.museum-folkwang.de

Masterplan\kino

Thomas Scheibitz

bis 29. April 2018

(Bonn)

Thomas Scheibitz' Werk, das sich zwischen den Polen Malerei und Skulptur bewegt, hat seit seinem ersten großen internationalem Auftritt im deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig 2005 stetig an Aufmerksamkeit und Bedeutung gewonnen. Mittlerweile gehört der 1968 in Radeberg geborene Künstler zu den international beachteten, diskursprägenden Positionen seiner Generation.

Die Relevanz des Werks verdankt sich der systematischen Konsequenz, mit der er die von ihm verwendeten Medien in Bezug auf ihre Spezifik, Leistungsfähigkeit und Herausforderungen befragt. Im Zentrum sowohl des malerischen, wie auch des objektbezogenen Werks steht die Frage nach einem neuen Verhältnis zwischen Figuration und Abstraktion. Ein großes Bildarchiv, aus dem Scheibitz, in geistiger Verwandtschaft zu Aby Warburgs Mnemosyne-Atlas, unterschiedlichstes Bildmaterial nach dem Kriterium formaler und assoziativer Ähnlichkeit kombiniert, dient als Grundlage für Skulpturen und Gemälde, in denen der Künstler direkt lesbare Gegenständlichkeit solange verknappt, reduziert und umformuliert, bis sie den Charakter einer weder mimetischen noch zeichenhaften Abstraktion erhält, in denen jedes verwendete Element den Charakter eines für sich selbst stehenden „Stellvertreters“ erlangt . In einem langen Prozess "ambivalenter Justierung zwischen Anschauung, Erinnerung und Erfindung" (Scheibitz) erscheinen Bild und skulpturaler Körper als Kippfiguren zwischen autonomer Setzung und gerade noch herstellbarem Welt- und Wirklichkeitsbezug.

Mit rund siebzig Arbeiten ist dies eine der umfangreichsten Ausstellungen, die der Künstler in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, wobei mehr als die Hälfte aller gezeigten Werke neu für die Schau entstanden ist. Ergänzt wird das aktuelle Konvolut durch ausgewählte Arbeiten aus den Jahren 1995-2016, die paradigmatisch die Entwicklungslinien, Kontinuitäten, aber auch Neuansätze dieses OEuvres sichtbar machen. – kunstmuseum-bonn, Bild: abstractcritical

Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn
www.kunstmuseum-bonn.de



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