Wir am Niederrhein
Erlebe Deine Freizeit

Fortsetzung

Gegenspieler: Florfliegen, Marienkäfer, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Gallmücken etc. Nimmt der Blattlausbefall trotzdem überhand, weil noch nicht genügend natürliche Gegenspieler vorhanden sind, sollte man die Blattläuse zumindest reduzieren. Sind nur ein paar Triebe mit Blattläusen besetzt, kann man sie mit Wasser abwaschen oder abspritzen. Ist der Befall schon recht stark, fügt man dem Wasser ein umweltschonenden Mittel ohne Langzeitgiftwirkung hinzu. Manche nehmen Brennesseljauche, aber praktischer sind Präparate auf Basis von Kaliseife, wie beispielsweise Neudosan. Die beste Wirkung erzielt man bei Tropfnassspritzung morgens oder abends bei trockener Witterung. Doch sollte man wissen: Auch umweltschonende Mittel schädigen einen Teil der Nützlinge wie beispielsweise natürliche vorkommende Raubmilben. Allerdings haben sie im Gegensatz zu vielen moderneren synthetischen Pflanzenschutzmitteln keine Langzeitwirkung auf die Nützlinge.

Trockenes Klima im Pflanzenbestand vergrault Pilzkrankheiten

Pilzkrankheiten wie Salatfäule, Grauschimmel können sich nur ansiedeln, wenn zwischen den Pflanzen ein feuchtes Milieu herrscht. Wirkungsvolle Methoden, um Pilzkrankheiten zu vermeiden sind also: weite, luftige Pflanzabstände, bedarfsgerechtes Gießen in den Wurzelbereich statt über die Pflanzen und morgendliches Gießen statt Gießen am späten Abend.

Obst

Wurm im Apfel muss nicht sein

Was wir als “Wurm im Apfel” finden, ist die Raupe des Apfelwicklers, die Larve eines Falters. Die Apfelwickler-Falter schlüpfen ab Mitte Mai, die Hauptflugzeit ist um Mitte Juni. Die Weibchen legen nach der Befruchtung ihre Eier an die Früchte und die Raupen entwickeln sich in den Früchten. Am Ende der Raupenentwicklung verlässt Apfelwickler-Raupe die Frucht, seilt sich ab und sucht sich ein Versteck unter Borkenschuppen zur Überwinterung. Erst im nächsten Frühjahr verpuppt sie sich. Aus diesen Puppen schlüpfen dann wieder Apfelwickler-Falter - damit schließt sich der Zyklus.

In warmen Jahren können sich zwei Apfelwickler-Generationen gleich hintereinander entwickeln, wobei die zweite Generation (Flugzeit im August) dann besonders schädigt.

Es lohnt sich bis zum Zeitpunkt des Falterschlupfs die Baumstämme nach Puppen abzusuchen und diese zu entfernen. Fallobst sollte nie liegengelassen werden, da sich hierin oft Raupen befinden. Ab Ende Mai werden Wellpappe-Fanggürtel (gibt es im Gartenfachhandel) um die Baumstämme und um die Baumpfähle gelegt. Diese müssen regelmäßig überprüft und Raupen bzw. Puppen daraus entfernt und vernichtet werden, um eine Wirkung zu haben!

Von Mai bis August können Apfelwickler-Lockstoff-Fallen aufgehängt werden (Gartenfachhandel), mit ihnen werden die Männchen abgefangen. Ist mit hohen Befallsdruck zu rechnen, kann man zur Eiablagezeit den Eiparasiten Trichogramma ausbringen, das ist ein natürlicher Gegenspieler des Apfelwicklers. Alternativ kann man den Apfelwickler mit einem Apfelwickler-Granulosevirus-Präparat aus dem Gartenfachhandel bekämpfen.

Gelbtafeln gegen Kirschfruchtfliegen

Die Gelbtafeln zum Abfangen von Kirschfruchtfliegen sollten kurz vor dem Farbumschlag der Kirschen von Grün nach Gelb erfolgen. Mehr Details und mehr Pflanzenschutz-Tipps bei www.gartenprobleme.de und www.gartensaison.de/garten/biologischer-pflanzenschutz.htm

Sommerschnitt bei Steinobst

Gleich nach oder mit der Steinobsternte kann auch der Sommerschnitt durchgeführt werden.

Erdbeeren vermehren

Erdbeerpflanzen, die gut tragen, werden jetzt markiert. Zur eigenen Weitervermehrung werden nach der Erntezeit jeweils die stärksten Ableger der Pflanzen verwendet. Entweder werden die Ableger abgetrennt, die gut entwickelten Kindel in feuchte Anzuchterde getopft und dann zur Bewurzelung in ein leicht schattiertes Frühbeet gestellt oder aber man bewurzelt die Pflanzen gleich an Ort und Stelle, indem man die ältesten Kindel an den (in diesem Fall nicht abgetrennten) Ranken über eingegrabene Töpfe mit Anzuchtssubstrat leitet und sie dort mit Hilfe von Drahtklammern festhält. Nach 4 bis 6 Wochen können sie abgetrennt und verpflanzt werden.